Hans Theessink braucht nicht viel, um sein Publikum in den Bann zu ziehen. Eine Gitarre, seine sonore Stimme und das, was er damit macht: „Musik ist für mich mehr als nur Gitarre spielen“, sagt er.

Theessink will im besten Sinn des Wortes unterhalten, will die Leute in die Blues- und Rootsmusik hineinziehen, auch diejenigen, die sich sonst gar nicht so für sie interessieren. Nach viereinhalb Jahrzehnten Bühnenerfahrung und mehr als 30 Alben beherrscht er das aus dem Effeff.

Wenn Theessink die Gitarre in die Hand nimmt, meint man, er stamme aus dem Mississippi-Delta. Und wenn er singt, könnte er mit seiner tiefen Stimme gut als jüngerer Bruder von Johnny Cash durchgehen. 1992 teilte er mit dem „Man in Black“ tatsächlich die Künstlergarderobe. Damals brachte ihm Cash den Song „Wayfaring Stranger“ bei und musizierte mit seinen Musikern eineinhalb Stunden lang – aus purer Lust und hinter der Bühne.

Neben einer Grammy-Nominierung, zwei Amadeus Austrian Music Awards und dem Goldenen Verdienstkreuz der Stadt Wien freut ihn vor allem auch die Wertschätzung seiner Kollegen. Rock’n’Roll- und Blues-Legende Bo Diddley, in dessen Band er in den 80ern spielte, nannten ihn einen „höllisch guten Gitarristen”. Country-Ikone Dolly Parton und Songwriter wie Arlo Guthrie und Donovan wirkten bei seinen Aufnahmen mit, ebenso Funkmusiker wie Maceo Parker und Pee Wee Ellis oder Blues-Größen wie Charles Brown und Terry Evans. Und der 2007 verstorbene österreichische Liedermacher Georg Danzer vermachte ihm kurz vor seinem Tod seine Lieblingsgitarre – im Hause Theessink heißt sie nur die Danzer-Gitarre.