Virtuosität, Leidenschaft und musikalische Intuition


»Branco« heißt auf Portugiesisch Weiß. Und Weiß bedeutet, wie Cristina Branco betont, nicht etwa, dass etwas frei von Farbe ist. Weiß ist physikalisch gesehen die Summe aller Farben des Spektrums. Der Titel ihres letzten Albums, »Branco«, verweist also nicht nur auf die große zeitgenössische Fadista selbst. Er bringt die Vielfältigkeit der Platte zum Ausdruck, bei der Fado nur mehr den Ausgangspunkt darstellt. Den Fado sucht man sich, wie Branco erklärt, ohnehin nicht aus, sondern man wird von ihm erwählt. Er ist ein Schicksal. Die Sängerin selbst hatte mit Fado zunächst nichts zu tun. In ihrer Jugend verband man ihn in Portugal noch mit der Diktatur.

Als sie aber mit 18 Jahren von ihrem Großvater eine Platte von Amália Rodrigues geschenkt bekam, wühlte der Fado sie auf, ließ sie nicht mehr los. Wenige Jahre später feierte sie als Fadista den Durchbruch, zunächst in den Niederlanden, schließlich auch in Portugal sowie in ganz Europa. Nun hat sich die charismatische Sängerin bewusst anderen Musikrichtungen wie Jazz und Pop geöffnet. Auf ihrem neuesten Album interpretiert sie Lieder von jungen Portugiesinnen und Portugiesen. Auf Fado möchte sie keinesfalls reduziert werden. Und so begleiten sie derzeit nicht nur Portugiesische Gitarre und Bass, sondern auch ein Klavier, das für Branco das ordnende Element darstellt.






Cristina Branco, Gesang

Bernardo Couto, Portugiesische Gitarre

Bernardo Moreira, Kontrabass

Luís Figueiredo, Klavier