Ein Cavaradossi zum Niederknien

 


Wenn auch Tosca naturgemäß der dramaturgische Mittelpunkt des Beziehungsdramas ist, den gesanglichen Höhepunkt des Abends liefert wiederum Piotr Beczala als der von ihr geliebte Maler Cavaradossi. Schon seine erste Arie „Recondita armonia“ wird begeistert akklamiert, und es scheint dann fast, als ob nun alle nur mehr gebannt auf seinen Abgesang „E lucevan le stelle“ warten würden, der dann, hinreißend dargeboten und wieder mit tosendem, langanhaltendem Applaus bedacht, erwartungsgemäß wiederholt werden muss. Ein Dacapo ist sozusagen bereits vorprogrammiert:  Man kann diese Arie anders singen, schöner derzeit wohl kaum.


Mai 2021